Mehr Belastung als Entlastung durch „Entlastungsstraße“ in Rothenburg

Die vorgeschlagene Entlastungsstraße für Rothenburg würde im nördlichen Abschnitt von der Würzburger Straße bis zur Ansbacher Straße und mit einer Südspange von der Ansbacher bis zur Gebsattler oder Nördlinger Straße verlaufen. Weiterverfolgt wird nun zunächst die Südspange, die ein neues Gewerbegebiet südlich der Ansbacher Straße an die Autobahn anbinden soll.

Flächenverbrauch und Lärmbelastung

Die Ausweisung dieses Gewerbegebietes südlich der Ansbacher Straße ist aus Sicht der Ortsgruppe vom Flächenverbrauch her vertretbar, wenn im Gegenzug bisher nicht genutztes und unattraktives Gewerbegebiet an der Erlbacher Straße zurückgenommen wird. Zur Anbindung des Gewerbegebietes und der Betriebe an der Erlbacher Straße ist als Folge auch der Flächenverbrauch für den Straßenabschnitt zwischen Erlbacher und Ansbacher Straße sinnvoll. Ein zusätzlicher Flächenverbrauch für weitere Straßenabschnitte ist aber durch die Verkehrssituation in Rothenburg nicht gerechtfertigt.

Ein Gutachten im Auftrag der Stadt Rothenburg hat ermittelt, dass der Anteil des Durchgangsverkehrs nur 7,4% beträgt. Der Ziel- und Quellverkehrs verursacht 50,6% und der Binnenverkehrs bei 42% des Verkehrsaufkommens. Der Großteil des Verkehrs ist also hausgemacht und auf die Stadt gerichtet. Die Verkehrsverhältnisse sind auch zu den Hauptverkehrszeiten nicht problematisch. Es kommt nicht zu großen Wartezeiten oder gar Staus an den Ampeln.

Die vorgeschlagenen Straßenspangen der sog. Entlastungsstraße würden die Lärmbelastung vermehren und verteilen und nicht vermindern!

Selbst durch die Verwirklichung der gesamten Straße von der Würzburger Straße im Norden bis zu Gebsattler oder Nördlinger Straße im Süden käme es nicht zu einer spürbaren Lärmentlastung im Zentrum. Für andere Stadtbereiche kämen sogar deutliche Lärmbelastungen hinzu. So für die bisher ruhige Schweinsdorfer Straße, die als Zubringer fungieren würde und für die Wohngebiete am östlichen Stadtrand. Für eine spürbare Lärmentlastung im Stadtzentrum müsste der Verkehr mindestens um die Hälfte verringert werden, dies würde aber nicht erreicht.

Wenn der Straßenneubau im südlichen Teil durch das Igelsbachtal bis zur Straße nach Gebsattel verwirklicht würde, wären die Bewohner der Bleiche und des Gebsattler Siedlungsgebietes vom Lärm betroffen. Ökologisch wertvolle Bereiche im Tal des Igelsbachs bzw. am Bahndamm würden zerstört oder beeinträchtigt, Biotope gingen verloren.

Variante der Straßenführung im Süden

Die jetzt neu von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Variante für den Südabschnitt der Entlastungsstraße von der Ansbacher über die Erlbacher Straße bis zur Nördlinger Straße würde zum Teil auf bereits vorhandenen Straßen verlaufen und weniger Fläche neu in Anspruch nehmen als die Trassenführung von der Erlbacher zur Gebsattler Straße. Auch die Auswirkungen auf Natur und Landschaft wären geringer, da die ökologisch wertvollen Bereiche im Tal des Igelsbachs nicht berührt würden. Zudem würden die Bleiche und das Gebsattler Siedlungsgebiet nicht durch den Straßenlärm betroffen. Aus diesen Gründen ist diese Variante deutlich günstiger zu beurteilen als die vorgeschlagene Straße von der Ansbacher bis zur Gebsattler Straße. Dennoch ist es auch für die Verbindung zwischen Erlbacher und Nördlinger Straße fraglich, ob das Verkehrsaufkommen diesen Abschnitt wirklich notwendig macht.

Finanzen

Das Staatliche Bauamt geht in einer groben Kostenschätzung von 5,7 Millionen Euro für die Baumaßnahme aus. Darin ist aber nur der Knotenpunkt in der Ansbacher Straße enthalten. Weitere Knotenpunkte sowie eine Bahnüber- oder -unterführung kämen hinzu, außerdem der Ausbau der Schweinsdorfer Straße. Dieser Ausbau wäre, ebenso wie die Planungskosten, nicht zuschussfähig. Der Straßenabschnitt zwischen Ansbacher und Erlbacher Straße ist für sich genommen ebenfalls nicht zuschussfähig, da es keine Verbindung zweier Staatsstraßen ist. Der Abschnitt von der Erlbacher Straße bis zur Straße nach Gebsattel würde den Südteil zwar zuschussfähig machen, dabei ist aber zu bedenken, dass dieser Abschnitt durch schwieriges Gelände führt und damit teuer ist! Erst genauere Kostenermittlungen würden zeigen wie hoch die Kostenbelastung mit Zuschuss für die Verbindung Ansbacher Straße bis zur Gebsattler Straße oder auch bis zur Nördlinger Straße im Vergleich zur Kostenbelastung durch die Verbindung Ansbacher Straße bis zur Erlbacher Straße ohne Zuschuss ist. Die Gewährung eines Zuschusses darf jedoch kein Kriterium für die Entscheidung für eine Straßenbaumaßnahme sein!

Bund Naturschutz in Bayern e. V., Ortsgruppe Rothenburg

 

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