Windkraft

Windkraft nutzen

Mit einer stärkeren Nutzung der Windkraft wären wir im Landkreis und in der Stadt Ansbach beim Klimaschutz schon bedeutend weiter. Der Windenergieanteil liegt in Landkreis (und in Bayern) weit unter dem deutschen Binnenlandsanteil. Wir haben deshalb Initiativen im Raum Feuchtwangen und Rothenburg unterstützt, die sich um die Realisierung bemühen, sowie bei der Stadt Ansbach (im Rahmen der Erstellung des Klimakonzeptes) einen Vorstoß unternommen, die Windkraft an verträglichen Standorten voranzubringen.

Es gibt viele Gründe, die Nutzung der Windkraft im Binnenland entschlossener voranzutreiben, nachstehend seien nur einige wenige genannt:

  • Windkraft ist die effektivste Form der regenerativen Stromerzeugung mit minimalen Flächenbedarf. Bundesweit liegt der Anteil des Windkraftstroms schon über 6,4 % des Bruttostromverbrauchs. Das entsprach 2008 einer Einsparung von 34 Mio. Tonnen CO2!
  • Wind und Sonne sind kostenlos, für den Betrieb ist keine Primärenergie erforderlich.
  • Windstrom wird CO2-frei erzeugt. Jede neue Kilowattstunde Windstrom, die fossilen Strom ersetzt, entlastet die Umwelt um ca. 500 g CO2. Eine WKA hat innerhalb von 6 – 12 Monaten die Energie wieder erzeugt, die für den Bau, den Betrieb und den Rückbau notwendig ist.
  • Mit Windstrom aus der Region werden die vorhandenen natürlichen Ressourcen schonend genutzt. Strom aus der Region – für die Region. Auch bei der Energieerzeugung sind die kurzen Wege die besten Wege.
  • Windkraftanlagen sind ein wichtiger Schritt weg von den Monopol-Großstrukturen der Großkraftwerke in Konzernhand ( und deren preisbestimmender Marktmacht) hin zu dezentralen Einheiten. Neben dem Klima profitieren davon statt der wenigen Konzerne in erster Linie Mittelstandsbetriebe, Landwirte und Bürger – insbesondere bei regionalen Bürgerwindkraftanlagen. Sie schaffen Import-Unabhängigkeit und dienen der Energiesicherheit.
  • Die Energielieferung aus dem Wind ist durch moderne Rechnerprogramme inzwischen sehr gut vorhersehbar, so dass Kraftwerke entsprechend geregelt und abgeschaltet werden können. Neue Speichertechnologien und die Vernetzung der regenerativen Quellen Sonne, Wind, Wasser usw. ermöglichen ein 100 %-Regenerativ-Kraftwerk, wie erste Projekte im Harz zeigen.
  • Auch finanziell profitieren die Gemeinden: Wenn die Gesellschaft ihren Sitz in der Betreibergemeinde hat, bleibt die Gewerbesteuer zu 100 % in der Standortgemeinde. Auch bei auswärtigen Gesellschaften verbleiben seit diesem Jahr 70 % der Gewerbesteuer in der Standortgemeinde.
  • Windkraft hinterlässt keine Altlasten, Rückbau nach Nutzungsende ist vorgeschrieben und im Übrigen problemlos, weil nahezu alles recycelt werden kann. Zum Vergleich: Die öffentliche Hand zahlt in Deutschland jährlich allein für die Braunkohle 4,5 Mrd. EUR Subventionen, davon allein 3,5 Mrd. EUR für Rekultivierung der zerstörten Landschaften.
  • Die hochdynamische Erneuerbare-Energien-Branche ist Deutschlands wichtigste Jobmaschine: Insgesamt arbeiten in der Branche schon 280.000 Menschen, an der Spitze steht die Windkraftsparte mit allein 90.000 Arbeitsplätzen. Die Zulieferindustrie der Windbranche ist sogar in der Region zu finden. So werden z. B. Getriebe für WKA in Crailsheim hergestellt, die Halbleiterbranche ist in Nürnberg zuhause. Perspektivisch können durch den Ausbau der „Erneuerbaren“ in Deutschland über eine Million Arbeitspläze entstehen.

Häufig werden Gründe gegen die Windkraft angeführt, die nicht zutreffen, z. B.:

  • Belästigung der Anwohner durch Lärm, Schattenwurf o. ä.. Durch Verbesserung der Technik ist dies minimal, physikalisch bedingt treten diese Effekte ohnehin nur in sehr geringem Umfang auf. Das Emissionsrecht und entsprechende Gutachten im Genehmigungsverfahren, aus denen sich die Abstandsvorschriften zur Wohnbebauung ergeben, schützen Anwohner vor möglichen Beein-trächtigungen.
  • Es wird immer wieder von einer „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ gesprochen. Natürlich lässt sich ein Windrad nicht verstecken. Es ist aber unredlich, bei Windrädern das Auge beleidigt zu sehen, beispielsweise bei den bundesweit ca. 180.000 Strommasten, landschaftsdurchschneidenden Leitungstrassen, Großkraftwerken mit hohen Kühltürmen, Autobahnen etc. aber offenbar nicht.
  • Das Modell „Bürgerwindanlage“, dem wir grundsätzlich den Vorzug geben, ermöglicht es zudem, dass sich ausschließlich Anwohner aus der Umgebung an dem Projekt beteiligen können und dadurch direkt profitieren werden. Dies ist bei Großkraftwerken nicht möglich.
  • Vogelschutz: Die Vogelverluste an WKA, die es natürlich gibt - bis hin zum Seeadler - haben keinen Einfluss auf den Brutbestand. Sie stehen in keinem Verhältnis zu Habitatverlusten oder beispielsweise auch den Millionen von Vögeln, die jährlich an Stromleitungen und –masten kläglich verenden. In der Konsequenz ist die Frage Vogelschutz und Windkraft genau umgekehrt: Wenn es durch eine konsequente Wende in der Energiepolitik, u. a. mit mehr WKA, nicht gelingt, den Klimawandel rasch zu begrenzen, werden viele Vogelarten aus Mitteleuropa verschwinden.

Unser Einsatz für die Windnutzung bedeutet keineswegs Narrenfreiheit für diese. Selbstverständlich gibt es naturschutzfachlich notwendige Windkraftausschlussgebiete, wie z. B. Wiesenbrüter-Bruthabitate, NSGs, bestimmte FFH-Gebiete, bestimmte kartierte Biotopbereiche oder landschaftlich besonders sensible Stellen. Zusammenfassend ergibt sich aber: Die wenigen Nachteile wie Fernwirkung der Anlagen, geringe Zahl von Vogel- oder Fledermausverlusten etc. nehmen sich bei Abwägung der Vor- und Nachteile verschwindend gering aus und sind nach unserer Überzeugung der vertretbare Preis für eine zukunftsfähige Energieerzeugung. Die Klimakatastrophe lässt uns gar keine andere Wahl.

Rainer Keilwerth (AK Energie) und Helmut Altreuther

Vorurteile

Mit Vorurteilen gegen die Nutzung der Windenergie im Binnenland befasst sich ein Beitrag von Dr. Eberhard Waffenschmidt 12 Argumente für die Windkraft im Binnenland.

 

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