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11 Phrasen zur Atomkraft

Atomkraft

Auch Ansbach demonstriert!

Unter dem Motto „Endlich Abschalten!“ rief am Montag, 26. April ein breites Bündnis von Verbänden und Parteien, zu einer regionalen Kundgebung gegen Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken auf. Bund Naturschutz, Ansbacher Friedensbündnis, Etz langt’s, SPD, ÖDP, BAP, GRÜNE und DIE LINKE hoffen auf breite Unterstützung der Bevölkerung am symbolträchtigen Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl. Start und Ziel der etwa einstündigen Aktion war das Stadthaus am Martin-Luther-Platz in Ansbach. Um 17.00 Uhr bewegte sich der Demonstrationszug von dort zum Schloss, entlang der Promenade zum Herrieder Tor und zurück zum Stadthaus. Dort fand die Abschlusskundgebung mit verschiedenen Rednern statt.

Die Veranstalter übten heftige Kritik an der CSU, die entgegen dem von der früheren Rot-Grünen Bundesregierung mit den Energiemonopolisten geschlossenen Vertrag eine Verlängerung der Laufzeiten um mehr als 20 Jahre fordert. Für Laufzeitverlängerung gebe es nur einen einzigen Grund: Die Milliardengewinne der Stromkonzerne weiter zu maximieren. Jedes Jahr mehr Laufzeit bringt diesen 300 – 500 Mio. Reingewinn. Der Bevölkerung hingegen bringe dies jährlich 500 Tonnen radioaktiven, giftigen Müll. Von diesem weiß niemand, wo er über Jahrtausende sicher gelagert werden könne. Besonders dreist sei es, dass ausgerechnet die CSU Laufzeitverlängerungen fordert, die in Bayern bislang jegliche Suche nach Standorten für ein Atommüll-Endlager ablehnt. Sie stellt sich damit im Übrigen auch gegen die Bevölkerung, die deutlich mehrheitlich keine Laufzeitverlängerungen will.

Laufzeitverlängerungen wären aus einer Vielzahl von Gründen fatal: Atomenergie sei hochgefährlich, Tschernobyl habe Zigtausenden Menschen das Leben gekostet und unendliches Leid gebracht, weite Landstriche seien bis heute radioaktiv verseucht. Wie risikobehaftet und im Schadensfall unbezahlbar die Dinosauriertechnologie sei, zeige sich auch daran, dass Atomkraftwerke nur in geringem Umfang haftpflichtversichert sind. Experten haben den finanziellen Schaden eines einzigen AKW-Unglücks in den Tschernobyl-Ausmaßen auf 5.000 Mrd. EUR beziffert. Die Entsorgungsfrage des hochgiftigen Mülls sei auch nach 50 Jahren „Übungszeit“ noch ungelöst. Selbst das „Zwischenlager Asse“ ist undicht und säuft regelrecht ab. Störfälle sind in deutschen AKW zum Regelfall geworden – über 100 meldepflichtige pro Jahr. Atomenergie ist schon bei der Erzeugung eine teure Energie, deren Preis nur durch jahrzehntelange Subventionen niedrig gehalten wurde.

Entgegen anderen Behauptungen gebe es auch keine „Stromlücke“: Vielmehr exportierten die deutschen Stromkonzerne Strom; 2007 waren es etwa 20 Mrd. kWh, was etwa zwei AKW entspricht. Der Atomstrom leiste mit einem Anteil von weltweit 2,9 %, in Deutschland unter 5 % auch keinen nennenswerten Beitrag bei der Stromerzeugung. Dies könne sich allein auch deswegen nicht ändern, weil die weltweiten Uranvorräte schon in 20 bis 30 Jahren verbraucht sein werden – importabhängig sei man da ohnehin. Die Atomkraft leiste auch keinen Beitrag zum Klimaschutz. Ebenso wenig helfen sie bei der Versorgungssicherheit, weil sie beispielsweise in Trockensommern wie 2003 nur verminderte Leistung bringen können, dazu noch unsere Flüsse erwärmen und zudem unflexibel im Verbundnetz sind.

Ähnlich gering sei auch ihr Beitrag am Arbeitsmarkt: Lediglich rund 28.000 Personen seien in der Atombranche tätig. Dagegen seien die regenerativen Energien eine wahre Job-Maschine: dort arbeiteten schon über 300.000 Menschen. Persperspektivisch können durch den weiteren Ausbau der „Erneuerbaren“ in Deutschland über eine Million Arbeitsplätze entstehen. Gerade dies werde aber durch Laufzeitverlängerungen verlängert. Wer solche fordert, handelt wirtschafts- und insbesondere mittelstandsfeindlich. Das EEG in Verbindung mit dem festgeschriebenen Atomausstieg habe alle Erwartungen übertroffen: Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in der BRD insgesamt jetzt über 10 %, bei der Edelenergie Strom schon über 18 %. Das Ziel „100 % erneuerbare Energien“ ist bei entsprechender Weichenstellung bis etwa 2040 zu erreichen. Daran haben aber die Stromkonzerne und ihre politischen Unterstützer kein besonderes Interesse, weil die Konzerne nur bei Großkraftwerken profitieren. Bei den dezentralen regenerativen Energien profitieren zu einem hohen Anteil mittelständische Betriebe und Bürger, die hier selbst investieren.

 

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