Streuobst-Aktion 2010

Der Bund Naturschutz hat auch für diesen Herbst wieder Streuobstannahmestellen nach dem sog. Grünspecht-Aufpreismodell organisiert, das kürzlich mit dem Naturschutzpreis des Landkreises Ansbach ausgezeichnet wurde. Der wochenlange Regen des Augusts hat nach der Juli-Trockenheit beim Kernobst positiv gewirkt, meint Gernot Westenburger vom BN Bechhofen. Der Behang in den Beständen sei sehr unterschiedlich, er rechnet mit einer „schwachen Durchschnittsernte“. Der Bund Naturschutz bietet in diesem Jahr wieder an fünf Orten Annahmestellen an: In Bechhofen (T + E-Humuswerk, 18. September und 16. Oktober), in Burgbernheim (Lagerhaus Gollisch, 25. September und 16. Oktober), in Rothenburg-Bettenfeld (SHF-Steinbruchbetriebe, 18. September und 16. Oktober) und in Unternbibert (Raiffeisen-Lagerhaus, 25. September und 16. Oktober), jeweils von 8.00 – 12.00 Uhr. In Schnelldorf (Lagerhaus Barthelmeß, 25. September und 23. Oktober) jeweils von 13.00 – 17.00 Uhr. Es werden ausschließlich Äpfel angenommen.

Kernpunkt des BN-Konzeptes ist nach den Worten von Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther der „Streuobst-Pflegebeitrag“ von 3,60 EURO pro Doppelzentner (dt), den die beteiligte Mosterei, mit der der BN zusammenarbeitet, zusätzlich zum Tagespreis für ungespritzte Äpfel bezahlt. Dafür, so betont Altreuther, müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, für deren Einhaltung die Anlieferer unterschreiben müssten: Das Obst muss von Hochstamm-Obstbäumen stammen, in denen in diesem Wirtschaftsjahr kein chemischer Pflanzenschutz stattgefunden hat, es darf nur trockenes, einwandfreies Obst angeliefert werden und es müssen die Flurstücks-Nummern mit Gemarkung angegeben werden, aus denen das Obst stammt. Durch diese strengen, ökologisch orientierten Kriterien habe beim Endprodukt der Verbraucher höchstmögliche Sicherheit, ein rückstandsfrei erzeugtes Produkt zu erwerben und durch sein Konsumverhalten etwas für den Erhalt der Streuobstbestände zu tun. Die Äpfel würden von der Mosterei zum Premium-Produkt „Grünspecht-Apfelsaft“ mit Regionalbezug verarbeitet und vermarktet.

Als Hauptgrund für das Engagement des BN bei der Vermarktung verweist Altreuther auf den hohen ökologischen Wert von Streuobstbeständen, die ein typisches Element der fränkischen Kulturlandschaft seien. Dort finde man eine enorme Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, insbesondere dann, wenn die Flächen extensiv genutzt würden. Ein einziger Apfelbaum, so hätten wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, könne mehr als 1.000 wirbellose Tierarten beherbergen. Je älter ein Obstbaum sei, desto höher sei auch sein ökologischer Wert. Wegen ihrer herausragenden ökologischen Substanz seien deshalb auch Altbäume, die keinen nennenswerten Obstertrag mehr erzielen, erhaltenswert.

Siehe auch unter Termine

 

Bund Naturschutz | Pfarrstraße 33 | 91522 Ansbach | Tel. 0981-14213 | Fax 0981-17211 | Mail: bn-ansbach@t-online.de
Bürozeiten: Mo. - Fr. 8.00 - 12.00 Uhr | nachmittags / abends auf Anfrage
Spendenkonto: Konto Nr. 130 260 409 | BLZ 765 500 00 | Sparkasse Ansbach
Geschäftsführer: Helmut Altreuther | Kreisvorsitzender: Bernd Horbaschek